Dienstag, 26. Januar 2010

Nico Bellic hätte geschossen


"Nein", sprach sie. "Sie haben einen falschen Fahrschein." - "Das weiß ich, deshalb komme ich ja auch auf sie zu. Man hat mir am Schalter ein falsches Ticket gegeben. Eigentlich wollte ich ein anderes." - "Das interessiert mich nicht, sie zahlen jetzt beide 40,-€ Strafe und die restlichen Kosten bis zu ihrem Zielort! Sie haben keinen gültigen Fahrschein" - "Den hat mir die dicke Tante am Schalter gegeben. Damit könne ich sparen hat sie mir erklärt. ICH WOLLTE EINEN ANDEREN!" - "Sie haben keinen gültigen Fahrschein." - "In Ordnung Frau Strzlecki, sind sie der einzige Ansprechpartner der Deutschen Bahn, oder gibt es hier im Zug noch jemand anderen?" - "Den Zugführer." - "Den möchte ich sprechen." Keine Chance, auch der Zugführer Herr Schmallenbeck hörte mir nicht zu. Ich solle den Bogen ausfüllen und könne Einspruch einlegen. "Aber an der Fahrpreisnacherhebung können er erstmal nichts ändern", sagte Herr Schmallenbeck ziemlich uninspiriert. Wie oft gerate ich eigentlich in solch eine Situation? Diese überreglementierten Verantwortlichen hören einem gar nicht mehr zu. Die haben ihr Handbuch am Gürtel und schauen sofort rein, wenn sie es nicht schon auswendig können. "Was steht da zu dicke inkompetente Schaltertante drin? Nichts. Tut mir Leid, da kann ich nichts machen. Sie haben keinen gültigen Fahrschein." - "Ich hab es verstanden!!!" Und genau in diesem Moment will ich jemand anders sein. Ein alter Kriegsveteran aus Serbien, 45 Jahre alt- ein Gesicht wie eine Enzyklopädie der Grausamkeiten. Der erzählt die Geschichte von der Tante am Schalter genau ein einziges mal! Dann fasst er sich unter die Jacke, zieht eine verchromte Beretta hervor und beißt sich kurz auf die Zähne. "Ich bezahl den Rest bis nach Berlin und keinen Cent mehr. Koji Pripada?"

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