Mittwoch, 10. Februar 2010

Zieh bloß keine roten Schuhe an!

Wenn ich mir überlege, wie ich manchmal mit meinen Schuhen umgehe, komm ich ins Grübeln. Morgens schlüpft man rein, ohne sie aufzumachen, rennt mit heruntergetretenem Hacken die ersten fünf Treppen runter und latscht als erstes draußen in den Matsch. Seh ich einen Stein, tret ich gegen und versuche in virtuelle Tore zu treffen und in der Uni steigen mir in jeder Schlange mindestens 3 Leute oben drauf. Sobald ich mit diesen abgelaufenen Dingern irgendwo ausrutsche, fang ich an zu fluchen und drohe damit, mir bald neue zu kaufen. "Dann fliegen die Dinger weg, so schnell kannst du gar nicht gucken!" Wie lange hab ich meine jetzt? Ich glaub seit dem 10. August 2007. In diesem Sommer feiern wir sozusagen dreijähriges Jubiläum. Zusammen haben wir viele Schlachten geschlagen. Wir haben wunderschöne Steintore erzielt, viele schöne Plätze gesehen und sind in so manchen Haufen Hundescheiße getreten. Aber immer gemeinsam. Allein sind sie nie los. Zumindest weiß ich davon nichts. Nur wie oft wird man sich dieser Verbindung bewusst? Nie. Man behandelt sie nicht so, wie sie es eigentlich verdienen, sondern pfeffert sie in die Ecke und putzt sie ab einem bestimmten Grad gar nicht mehr. [...] Aber irgendwann sind sie nicht mehr da und man muss nackig an den Füßen auf die Straße. "Dann tritt mal gegen einen Stein und versuch ein Tor zu erzielen." Und das Gefühl, in warme Hundescheiße zu treten, ist auch nicht gerade ein Genuss. Plötzlich ist man erschrocken und es wird einem bewusst, was man sich da eigentlich tolles an die Füße zieht jeden Morgen. Übrigens ist das mit vielen Dingen ähnlich, aber Schuhe kommen dem Menschen, den man liebt wohl am nächsten. Weil man sofort hilflos ist und unmittelbar nach Verlassen des Heimes merkt, was einem da fehlt. Glücklicherweise verschwinden Schuhe ja nicht einfach so! Sie packen keine Koffer und verschwinden im ICE. Von daher hinkt der Vergleich mit diesem "einen Menschen" sicher ein bisschen. [...] Aber ich war heute nackig an den Füßen in der Stadt. Ich hab gefroren bei fünf Grad minus und bin noch mehr geschlittert, als mit den abgelaufenen Dingern. Man konnte mir Ansehen, das etwas nicht stimmte. [...] Seit heute morgen sind sie weg, meine Schuhe. Geschäftlich, das weiß ich! Es sind nämlich besonders schöne Schuhe, kann ich euch sagen. Viele beneiden mich daraum und wollten sie schon haben, aber sie passen nur mir!!! Wahrscheinlich ist das mein Glück, sonst hätte man sie mir sicher schon geklaut. Und ich werde nie wieder fluchen, dass ich andere will. Und ich werd sie mal wieder putzen. Und ich mach sie in Zukunft auf, wenn ich sie morgens anziehe. Immerhin sind sie seit knapp zweieinhalb Jahren für mich da und haben mich noch nie im Stich gelassen. So eine kleine "Geschäftsreise" ist sehr heilsam. Man schaut sie mal wieder an, denkt nach und man merkt, wie schön sie eigentlich sind und wie robust vor allem. Ich glaub, wenn sie zurück sind, werd ich sie nicht sofort wieder anziehen. Erstmal werd ich sie mir ansehen, einen ganzen Abend lang und ihnen sagen, dass ich sie liebe. Denn das hab ich in dieser Form sicher noch nie gemacht! Ich kann es wirklich kaum erwarten. In Gedanken bin ich immer bei euch!
Kommt gut zurück meine geliebten Converse-förch23!

2 Kommentare:

  1. Wollte ihr eigentlich eine Mail schreiben! Heute ist der 10. Februar! Mal sehen, wann sie es bemerkt. ;-)

    AntwortenLöschen
  2. hehe... du animierst mich meinen schuhen gaaaaaanz unten im schrank heute einen wunderschönen guten morgen zu wünschen :-D

    AntwortenLöschen