"He's a jackass", polterte Obama sichtlich empört. Rapper Kanye West hatte soeben der jungen Countrysängerin Taylor Swift das Mikrofon entrissen und getönt, Beyoncé hätte eines der besten Videos aller Zeiten gemacht und an ihrer Statt den MTV Video Music Award verdient. Die schmucke Newcomerin stand schüchtern daneben und ließ alles über sich ergehen. "Wieso tut er das? Sie scheint ein nettes Mädchen zu sein. Sowas macht man doch nicht", sprach Obama weiter, um sofort wieder an die Arbeit zu gehen: "Kommt Leute, Schluss mit dem entspannten Präsidenten, wir haben noch viel auf dem Programm." Diese Situation spielte sich im Vorfeld einer TV-Debatte im amerikanischen Fernsehen ab. Bevor er auch nur einen einzigen politischen Inhalt angesprochen hatte, wuchs meine Hoffnung in diesen Mann. Denn er hatte absolut Recht. "Seine Mutter hätte ihm wahrscheinlich die Leviten gelesen", sagte Kanye West später bei Jay Leno in der Show.Ein sehr erfolgreicher Rapper schämt sich öffentlich vor einem Politiker für sein Verhalten. Aber ist Obama eigentlich ein "normaler" Politiker? Er ist es ganz sicher nicht. Obama gibt idealistischen Demokraten in der ganzen Welt einen Grund wieder daran zu glauben, was Demokratie eigentlich bedeutet. Seine Ideen, Terroristen anzuhören, Krankenversicherungen für jeden Amerikaner einzurichten und den Bankern zu erklären, dass man mit dem Geld anderer Leute keine Spielchen macht, klingen vielversprechend. Er hat sich wirklich wahnsinnig etwas vorgenommen. Leider fehlt für Krankenversicherungen das Geld und der Krieg gegen Terroristen bringt vielen Leuten viel Geld. Wie es aussieht, hat Obama es mit einem System aufgenommen, gegen das er nicht gewinnen kann. Diese Leute warten in Ruhe seine Legislaturperiode ab und fordern ihn spätestens danach auf, seinen Nobelpreis zurückzugeben. Ein Rüstungsunternehmen bekommt seinen Krieg, wenn es ihn wegen schlechter zahlen braucht, ein Pharmaunternehmen bekommt seine Schweinegrippe, wenn es sie braucht und wenn die Bauindustrie keine Aufträge hat, wird eben "Rückbau" betrieben und alles wieder neu errichtet. Um so ein System wirklich nachhaltig zu verändern, braucht man Hilfe. Dazu muss wirklich ein anderes Verständnis her. Es reicht, wenn man sich dazu mal selbst befragt. "Was würde ich tun, wenn ich morgen ratz fatz an 40 Mio € kommen könnte, wobei die Umstände nicht ganz klar sind?" [...] Wir kochen am Ende alle unseren eigenen Brei. Das erinnert mich an einen Werbespot von Adidas zur Fußball WM 2006. Thema war der "Teamgeist", um ein gemeinsames Ziel erreichen zu können. "Titan, Titan... ohne Abwehr ist nichts mit Titan", knatterte Oliver Kahn in Zeitlupe. "Ohne Flanke kein Torssuss", lispelte Kevin Kuranyi. Was auf den ersten Blick vielleicht lächerlich klingt, wird Obama irgendwann klar. Wahrscheinlich ist es ihm sogar längst bewusst. Aber dass er es versucht, macht ihn für mich unsterblich!
Denn "Wir" haben es auch versucht und fast geschafft. Podolski und Obama wissen bescheid!
Doppelpass alleine? Vergiss es!
JAWOLL! endlich... ich les dich :-D
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