Diesen Satz kriegt man wirklich zu hören. Immer mal. Irgendwie immer dann, wenn man ihn nicht hören will. "Was Festes", was ist das eigentlich genau? Etwas, dass sich voneinander nicht lösen lässt. Das Gegenteil von locker und irgendwie das Ende von einem Prozess- dem Festziehen. Also so stell ich mir was Festes vor. Was die jungen Ladys damit aber meinen ist eine Beziehung. [...] Oh Mann, eine Beziehung. Und sie suchen danach. Wenn man es so betrachtet, ist das schon absurd. Beim Nachdenken darüber ist mir ziemlich schnell der Vergleich zu Schrauben eingefallen. Lustig ist irgendwie, dass wenn man sich so Schrauben von oben ansieht, man wirklich schnell bei einem Menschen landet. Sie unterscheiden sich in Farbe, Beschaffenheit, ihrem Schlitz auf dem Kopf und so Dingen wie Länge, Gewinde, Rostanfälligkeit und so weiter. Wenn man sie nicht im 100er Pack kaufen könnte, wären sie beinah individuell. Jede für sich auf der Suche nach einer Mutter. Und an dieser Stelle wurde es beim Nachdenken vorhin interessant. Wenn also meine Schrauben nicht beschriftet sind, wie wir Männer und Frauen es ja auch nicht sind, muss ich die Mutter erstmal auf die Schraube aufsetzen und schauen, ob sie denn überhaupt passt. Jeder hat schonmal in einem unsortierten Werkzeugkoffer nach so etwas suchen müssen. Immer im Hinterkopf: Ziel ist etwas "Festes". Damit irgendetwas hält. Das will man ja mit Schrauben letztlich erreichen. Etwas Stabiles aufbauen. Krass- sowas wie eine Beziehung.
Schrauben wir uns also mal eine feste Beziehung. Anfangen sollte es mit dem Aufsetzen der Mutter- dem Kennenlernen. Da sieht man eigentlich gleich, ob es denn grundsätzlich passt. Denkt einfach nur mal daran, wie das aussieht, wenn ihr eine passende Mutter sucht. Man kramt in einer großen Schüssel und probiert eine nach der anderen aus. Man wirft sie meist so lange unmotiviert wieder zurück, bis sich eine aufdrehen lässt. Der nächste Schritt ist dann der ästhetische Blick. Passt es denn wenigstens halbwegs optisch zueinander? Gold und Schwarz kann richtig geil aussehen. Muss nicht immer alles gleich sein, wie noch vor 20 Jahren. Hallo? Die Welt hat sich verändert. [...]
Was kommt als nächstes? Man hat sich kennengelernt und muss jetzt einen gemeinsamen kurzen Weg miteinander gehen, um sich auf eine Nachhaltigkeit hin zu überprüfen. Mit Reibung und allem Pipapo. Sagen wir ungefähr 6,5 cm. Das ist, wenn ich meine Augen schließe, so circa die Länge einer Schraube. Dieser Weg ist anstrengend. Vor allem, wenn man kopfüber an zwei Rohren vorbei an der hintersten Ecke eine Spüle befestigen muss. Ihr kennt das. So ein typischer komplizierter Einstieg mit vielen Hindernissen. Nichts ist anstrengender, als verkrampft irgendwas zu schrauben. So ist das bei Beziehungen auch. Je schwieriger die äußeren Umstände, desto schwieriger ist es auch durchzuhalten. Es zeigt sich, wie stabil das Material ist. Manche sind eben aus unglaublich festem Titan, manche aus weichem Stahl. Trifft also eine Titanmutter auf eine Stahlschraube, könnte es sein, dass das Gewinde verändert wird. Die Titan-Uschi macht sich also ihren Partner so wie sie ihn haben möchte. Das ist nicht gewünscht. Und das kann auch nicht gut sein. Das ist eine Charakterfrage. Bei gleich geschaffenen Materialien reiben sich beide Partner gleich auf. Beide haben dieselben Abnutzungserscheinungen. Man kann den armen abgenutzten Kerl danach nicht mehr gebrauchen. Es sei denn, er findet eine genauso ausgenudelte (Fachbegriff) Mutter. Die passen dann wieder zusammen. Ob es wirklich hält, kann keiner sagen.
Manche Schrauben brauchen eine Unterlegscheibe. Die haben sie auch immer dabei. Damit wahren sie die für sie nötige Distanz zur Mutter, wollen sie einfach nicht zu nah an sich heranlassen. Manche Muttern haben einen langen beschwerlichen Weg hinter sich, bis sie am Ende angekommen sind und stellen dann fest, dass diese Unterlegscheibe alles Bedingungslose verhindert. 6,45 cm haben sie geschraubt und geschraubt und müssen sich so kurz vor etwas Festem, kurz vor der Hochzeit- manche auch erst nach 20 Jahren Ehe- eingestehen, dass sie es nie ganz geschafft haben. Was dieses Bild ein bisschen zerstört ist das zurückschrauben nach dem Scheitern. Das geht nämlich bei uns Menschen meist ganz schnell. In den seltensten Fällen schrauben wir den kompletten Weg gemeinsam wieder zurück. Bei Menschen bricht das ganze. Nur ist mir noch nie eine Mutter von der Schraube gebrochen. [...] Meine Fresse, seht bitte drüber hinweg. Wenn ihr ehrlich seid, wäre euch das ohne meinen Hinweis gar nicht aufgefallen.
Das Gewinde, die Stabilität, die Passgenauigkeit und die Einfachheit des ersten Aufsetzens sind also unsere Charaktereigenschaften. Das ist wirklich so einfach. Manche Schrauben sind so speziell, da sucht man in der Kiste ewig nach einer Mutter und am Ende passt vielleicht gar keine. Bei Muttern ist das genauso. Manche Muttern kann man einfach nicht gebrauchen. Was weiß ich, wie die in die Kiste kommen? Am Ende war es meist ein IKEA-Regal. Wenn ich mal so eine finde, pack ich sie in ein Paket und schick sie zurück nach Schweden. Vielleicht hat sie da mehr Glück.
Die letzten Millimeter der Schraube sind ganz interessant. Jetzt kommt es drauf an. Man wird vorgestellt zu Hause. Muss dem Vater dort im Garten helfen, oder beim 70. der Großmutter eine gute Figur machen. Wenn man einmal so weit ist, muss man als Schraube den Mut haben, die Unterlegscheiben wegzulassen. Hier holt man sie ganz fest an sich ran. Wer auf Omas 70. den Rest der Werkzeugkiste für sich begeistern kann, hat gute Karten. Die macht sich nicht so schnell wieder locker. Auf solchen Partys versuchen auch gern mal andere Muttern, ob sie auf die Schraube passen. Gefährliche Situation. Aber ihr könnt euch nicht vorstellen, wie schnell die Hauptmutter sich runterschrauben kann. Im Affenzahn schubsen sie die billige Alumutter wieder runter und sind zurück, bevor man Kreuzschlitzschraubenzieher sagen kann.
Einmal festgeschraubt kann dann so ein Paar ganz schön lange halten. Abhängig ist das dann immer davon, wie sehr wird dieses Schrauben/Mutter- Paar beansprucht wird. Sollen die beiden eine stark frequentierte Treppe zusammenhalten, lockert sich gern mal was. Da muss dann einfach jemand da sein, der sie immer mal wieder festzieht. So eine Beziehung muss gepflegt werden. Und überprüft sowieso. Damit fängt es an. Ist man aber Bestandteil einer schwach frequentierten Treppe, auf dem Dorf oder so, hält sowas vielleicht ewig. Da ist dann Rost eher ein Problem. Weil sich über Jahre eben nichts tut. Wenn man sich also als Schraube aussuchen kann, wo es denn hingehen soll, ist ein bisschen Action die bessere Wahl.
Vielleicht sind wir jetzt so weit, alle Muttern, die nach etwas "Festem" suchen, mal zu fragen, wie sie sich das nun vorstellen. Dazu hätte ich gern mal eine Antwort. Gibt es eine mündige Mutter, die mir dazu mal was sagen kann?
Wenn ihr mich fragt, macht es deutlich mehr Sinn, die ein oder andere Schraube auszuprobieren und ein bisschen aneinander rumzuschrauben. Runterdrehen kann man es ja immer wieder ohne Probleme. Man braucht nur ein paar ehrliche Worte und gutes Werkzeug.
Und als ganz wichtigen Hinweis an alle Unzertrennlichen, die immer alles fester und fester ziehen wollen. Und das ist eine Weisheit, die dir jeder Hobbyschrauber bestätigt:
Schrauben wir uns also mal eine feste Beziehung. Anfangen sollte es mit dem Aufsetzen der Mutter- dem Kennenlernen. Da sieht man eigentlich gleich, ob es denn grundsätzlich passt. Denkt einfach nur mal daran, wie das aussieht, wenn ihr eine passende Mutter sucht. Man kramt in einer großen Schüssel und probiert eine nach der anderen aus. Man wirft sie meist so lange unmotiviert wieder zurück, bis sich eine aufdrehen lässt. Der nächste Schritt ist dann der ästhetische Blick. Passt es denn wenigstens halbwegs optisch zueinander? Gold und Schwarz kann richtig geil aussehen. Muss nicht immer alles gleich sein, wie noch vor 20 Jahren. Hallo? Die Welt hat sich verändert. [...]
Was kommt als nächstes? Man hat sich kennengelernt und muss jetzt einen gemeinsamen kurzen Weg miteinander gehen, um sich auf eine Nachhaltigkeit hin zu überprüfen. Mit Reibung und allem Pipapo. Sagen wir ungefähr 6,5 cm. Das ist, wenn ich meine Augen schließe, so circa die Länge einer Schraube. Dieser Weg ist anstrengend. Vor allem, wenn man kopfüber an zwei Rohren vorbei an der hintersten Ecke eine Spüle befestigen muss. Ihr kennt das. So ein typischer komplizierter Einstieg mit vielen Hindernissen. Nichts ist anstrengender, als verkrampft irgendwas zu schrauben. So ist das bei Beziehungen auch. Je schwieriger die äußeren Umstände, desto schwieriger ist es auch durchzuhalten. Es zeigt sich, wie stabil das Material ist. Manche sind eben aus unglaublich festem Titan, manche aus weichem Stahl. Trifft also eine Titanmutter auf eine Stahlschraube, könnte es sein, dass das Gewinde verändert wird. Die Titan-Uschi macht sich also ihren Partner so wie sie ihn haben möchte. Das ist nicht gewünscht. Und das kann auch nicht gut sein. Das ist eine Charakterfrage. Bei gleich geschaffenen Materialien reiben sich beide Partner gleich auf. Beide haben dieselben Abnutzungserscheinungen. Man kann den armen abgenutzten Kerl danach nicht mehr gebrauchen. Es sei denn, er findet eine genauso ausgenudelte (Fachbegriff) Mutter. Die passen dann wieder zusammen. Ob es wirklich hält, kann keiner sagen.
Manche Schrauben brauchen eine Unterlegscheibe. Die haben sie auch immer dabei. Damit wahren sie die für sie nötige Distanz zur Mutter, wollen sie einfach nicht zu nah an sich heranlassen. Manche Muttern haben einen langen beschwerlichen Weg hinter sich, bis sie am Ende angekommen sind und stellen dann fest, dass diese Unterlegscheibe alles Bedingungslose verhindert. 6,45 cm haben sie geschraubt und geschraubt und müssen sich so kurz vor etwas Festem, kurz vor der Hochzeit- manche auch erst nach 20 Jahren Ehe- eingestehen, dass sie es nie ganz geschafft haben. Was dieses Bild ein bisschen zerstört ist das zurückschrauben nach dem Scheitern. Das geht nämlich bei uns Menschen meist ganz schnell. In den seltensten Fällen schrauben wir den kompletten Weg gemeinsam wieder zurück. Bei Menschen bricht das ganze. Nur ist mir noch nie eine Mutter von der Schraube gebrochen. [...] Meine Fresse, seht bitte drüber hinweg. Wenn ihr ehrlich seid, wäre euch das ohne meinen Hinweis gar nicht aufgefallen.
Das Gewinde, die Stabilität, die Passgenauigkeit und die Einfachheit des ersten Aufsetzens sind also unsere Charaktereigenschaften. Das ist wirklich so einfach. Manche Schrauben sind so speziell, da sucht man in der Kiste ewig nach einer Mutter und am Ende passt vielleicht gar keine. Bei Muttern ist das genauso. Manche Muttern kann man einfach nicht gebrauchen. Was weiß ich, wie die in die Kiste kommen? Am Ende war es meist ein IKEA-Regal. Wenn ich mal so eine finde, pack ich sie in ein Paket und schick sie zurück nach Schweden. Vielleicht hat sie da mehr Glück.
Die letzten Millimeter der Schraube sind ganz interessant. Jetzt kommt es drauf an. Man wird vorgestellt zu Hause. Muss dem Vater dort im Garten helfen, oder beim 70. der Großmutter eine gute Figur machen. Wenn man einmal so weit ist, muss man als Schraube den Mut haben, die Unterlegscheiben wegzulassen. Hier holt man sie ganz fest an sich ran. Wer auf Omas 70. den Rest der Werkzeugkiste für sich begeistern kann, hat gute Karten. Die macht sich nicht so schnell wieder locker. Auf solchen Partys versuchen auch gern mal andere Muttern, ob sie auf die Schraube passen. Gefährliche Situation. Aber ihr könnt euch nicht vorstellen, wie schnell die Hauptmutter sich runterschrauben kann. Im Affenzahn schubsen sie die billige Alumutter wieder runter und sind zurück, bevor man Kreuzschlitzschraubenzieher sagen kann.
Einmal festgeschraubt kann dann so ein Paar ganz schön lange halten. Abhängig ist das dann immer davon, wie sehr wird dieses Schrauben/Mutter- Paar beansprucht wird. Sollen die beiden eine stark frequentierte Treppe zusammenhalten, lockert sich gern mal was. Da muss dann einfach jemand da sein, der sie immer mal wieder festzieht. So eine Beziehung muss gepflegt werden. Und überprüft sowieso. Damit fängt es an. Ist man aber Bestandteil einer schwach frequentierten Treppe, auf dem Dorf oder so, hält sowas vielleicht ewig. Da ist dann Rost eher ein Problem. Weil sich über Jahre eben nichts tut. Wenn man sich also als Schraube aussuchen kann, wo es denn hingehen soll, ist ein bisschen Action die bessere Wahl.
Vielleicht sind wir jetzt so weit, alle Muttern, die nach etwas "Festem" suchen, mal zu fragen, wie sie sich das nun vorstellen. Dazu hätte ich gern mal eine Antwort. Gibt es eine mündige Mutter, die mir dazu mal was sagen kann?
Wenn ihr mich fragt, macht es deutlich mehr Sinn, die ein oder andere Schraube auszuprobieren und ein bisschen aneinander rumzuschrauben. Runterdrehen kann man es ja immer wieder ohne Probleme. Man braucht nur ein paar ehrliche Worte und gutes Werkzeug.
Und als ganz wichtigen Hinweis an alle Unzertrennlichen, die immer alles fester und fester ziehen wollen. Und das ist eine Weisheit, die dir jeder Hobbyschrauber bestätigt:
Nach fest kommt immer ab.














